Der Australien-/Labradoodle Geschichte

Nun noch etwas zur Entstehung der Rasse, was nicht fehlen darf um den (australian) Labradoodle auch „verstehen“ zu können

Wally Conran gilt als «Erfinder» des ursprünglichen Labradoodles. Anstelle einer eigenen Zusammenfassung hier ein Interview mit Wally Conrad: Übersetzt mit «deeple»

My Story: I Designed a Dog 

Printed 7/10/2007 by http://www.readersdigest.com.au/

«Entschlossen, für einen Kunden den am besten geeigneten Blindenführhund zu finden, stellte ich unwissentlich die Hundewelt auf den Kopf.

Als ich Anfang der 80er Jahre bei der Royal Guide Dog Association of Australia für die Welpenzucht zuständig war, erhielt ich eine Anfrage aus Hawaii. Eine sehbehinderte Frau, deren Mann gegen Hundehaare allergisch war, hatte sich in der Hoffnung an unser Zentrum gewandt, dass wir einen allergiefreien Blindenführhund hätten.

„Ein Kinderspiel“, dachte ich. Der Standardpudel, ein dressierbarer Arbeitshund, war mit seinem dichten, lockigen Fell wohl die am besten geeignete Rasse. Obwohl unser Zentrum Labradore züchtet und einsetzt, erwartete ich keine Schwierigkeiten, einen geeigneten Pudel zu finden.

Ich hatte mich getäuscht: Nachdem ich unzählige Pudel mit den verschiedensten Problemen abgelehnt hatte, hatte ich nach zwei Jahren und 33 enttäuschenden Versuchen immer noch keinen geeigneten Hund gefunden.

In meiner Verzweiflung beschloss ich, einen Standardpudel mit einem unserer leistungsstärksten Labradore zu kreuzen.

Die Verpaarung war erfolgreich, brachte aber nur drei Welpen hervor. Wir schickten Fell- und Speichelproben von jedem Welpen an das hawaiianische Ehepaar, und der Ehemann stellte fest, dass eine Probe allergiefrei war. Endlich waren wir auf dem richtigen Weg, aber es lag noch eine große Aufgabe vor uns. Der Welpe musste wachsen und sich für die Arbeit als Hundeführer eignen, und dann musste er mit dem sehbehinderten Kunden kompatibel sein. Wir hatten noch einen langen Weg vor uns.

Mit einer drei- bis sechsmonatigen Warteliste für Menschen, die unsere Welpen in Pflege nehmen wollten, war ich sicher, dass wir keine Probleme haben würden, unsere drei neuen Mischlingswelpen in eine Familie zu vermitteln. Aber ich hatte mich wieder einmal geirrt: Niemand wollte einen Mischlingswelpen, alle auf der Warteliste wollten lieber auf einen Rassehund warten. Und die Zeit drängte – die Welpen mussten in ein Zuhause vermittelt und sozialisiert werden, sonst würden sie keine Begleithunde werden.

Als die Welpen acht Wochen alt waren, hatten sie immer noch kein Zuhause gefunden. Frustriert und verärgert über die Reaktion auf das Trio von Mischlingen, die ich sorgfältig aufgezogen hatte, beschloss ich, das Wort Mischling nicht mehr zu erwähnen und stattdessen den Begriff Labradoodle einzuführen, um meine neuen allergiefreien Blindenführhundwelpen zu beschreiben.

Es funktionierte – in den folgenden Wochen wurde unsere Telefonzentrale mit Anrufen von anderen Blindenführhundschulen, Sehbehinderten und Hundehaarallergikern überschwemmt, die mehr über diesen „Wunderhund“ wissen wollten. Meine drei Welpen waren zwar Mischlinge, aber die Aufregung ließ nicht nach.

Es war 1989 und die Werbung für die neuen Designerhunde wurde erst national, dann international. Für unzählige Menschen, die bis dahin geglaubt hatten, nie in den Genuss eines Hundes zu kommen, öffnete sich eine neue Welt.

Bei dieser Resonanz wusste ich, dass wir auf dem richtigen Weg waren und beschloss, weitere Labrador-Pudel-Kreuzungen zu züchten. Also wandte ich mich an den damaligen Kennel Control Council of Australia in der Hoffnung, die Namen seriöser Züchter zu erhalten, die problemlose Standardpudel züchteten.

Die Antwort lautete: „Wenn Sie einen registrierten Hund für Ihr Programm verwenden, wird dieser Züchter aus dem Register gestrichen und darf seine Hunde nie wieder ausstellen oder registrieren lassen, mahnte der Sprecher des Rates. Auch als ich erklärte, dass die Hunde gezüchtet werden, um sehbehinderten Menschen zu helfen, ließ er nicht locker.

Die Züchter selbst waren geteilter Meinung: Viele drohten, mich später zu verklagen, wenn ich ihre Nachkommen in meinem Zuchtprogramm verwenden würde, während andere dem Blindenhundezentrum ihre Dienste kostenlos anboten.

Während all das geschah, trainierte ich Sultan, den ursprünglichen nicht-allergischen Welpen, weiter. Er ging schließlich unter großem Medieninteresse nach Hawaii, wo er sich als erster Labradoodle der Welt wunderbar mit seiner neuen Besitzerin und ihrem allergischen Ehemann verstand.

Das Interesse am Labradoodle wuchs weiter, und aus der ganzen Welt kamen Anfragen von Menschen, die diese Hunde kaufen oder züchten wollten. Aber

Ich merkte schnell, dass ich die Büchse der Pandora geöffnet hatte, als unser nächster Wurf von zehn Labradoodles nur drei allergiefreie Welpen hervorbrachte.

Ich begann mir auch Sorgen zu machen über Hinterhofzüchter, die aus Profitgier angeblich „allergiefreie“ Hunde züchten. Ein Mann behauptete, er sei der erste, der eine Kreuzung aus Pudel und Rottweiler gezüchtet habe!

Die darauffolgende Manie war nicht mehr aufzuhalten. Neue Rassen überschwemmten den Markt: Groodles, Spoodles, Caboodles und Snoodles. Hatten sich die Züchter die Mühe gemacht, ihre Väter und Mütter auf Erbfehler zu untersuchen, oder ging es ihnen nur darum, den hungrigen Kunden das nächste Statussymbol zu liefern? Wir werden es nie mit Sicherheit wissen.

Heute werde ich international als der erste Mensch angesehen, der den Labradoodle gezüchtet hat, aber ich frage mich, ob ich in meinem Ruhestand, ob wir einen Designerhund gezüchtet haben – oder eine Katastrophe!

Der 78-jährige Rentner Wally Conron hat zwei Labradore, Rocky und Jazz, aber seine große Liebe sind die Pferde. Er hat neun eigene Pferde, die er züchtet und trainiert, wenn er nicht gerade Reitstunden für Pferdeliebhaber im ländlichen Vict»

Die Royal Guide Dog Association of Australia kam etwas später in Kontakt mit Angela Rutland-Manners und ihr Pflegefamilien-Programm. Diese verliebte sich in den Labradoodl und nahm die Zuchtarbeit zusammen mit ihrer Mutter Beverly Manners wieder auf. Sie bemerkten, dass diese Kreuzung teilweise immer noch Haare verloren und, dass die Kombination dieser beiden Rassen immer noch einige negative Aspekte aufwies, welche sie durch das Einkreuzen einiger anderen Rassen zu verbessern suchten. Einerseits wurde ein Irish Water Spaniel eingekreuzt seiner guten Gesundheit und seiner sehr guten nicht haarende Fellqualität Willen. Später kam dann noch der Englischen und Amerikanischen Cocker Spaniel dazu, um verschiedene Grössen herauszuzüchten, davon kommen auch die längeren Ohren des Australian Labradoodles. Voilà der ALD ist «geboren».

Die meisten deutschen Labradoodles sind eine Verpaarung zwischen einem Pudel und einem Labrador, also KEINE ALD, sondern ein Labradoodle-origin auch LO bezeichnet. Sie sind nicht als Rasse anerkannt und werden als Hybridrasse bezeichnet, z.T. auch Designerdogs genannt. Es gibt unterschiedliche «Zuchtformen» und so unterscheidet sich das Aussehen u.a. das Haaren im Bezug auf die Kreuzung, je nachdem ob der Pudel oder der Labrador mehr durchschlägt.

Was ich selbst merken musste, ist, dass man für eine Rassenanerkennung nicht am Australian Labradoodle vorbeikommt. Es braucht viele Generationen, um den geno- und phänotypischen einheitlichen Hund einer Rasse zu erzeugen.

Noch etwas, um Missverständnisse auszuräumen ein ALD hat KEINEN Australien Shepherd unter den Vorfahren. Oft wird in Internet-Portalen die Verpaarung Pudel x australian Shepherd als australiEn Labradoodle vermarktet. Diese Verpaarung ergibt jedoch einen Aussie-Doodles und keinen Australian Labradoodle.

Der Labradoodle ist sehr zum Modehund geworden, was, wie schon bei manch anderen Rassen, nicht nur zum Vorteil der Entwicklung und Gesundheit der «Rasse» beiträgt/ beigetragen hat.

Leider versuchen viele (Vermehrer-) Züchter auf diesen «Hype»-Zug aufzuspringen und es wird vermehrt ohne gesundheitliche (psychisch und physisch) Checks. Da es eine nicht-anerkannte Hybridrasse sei, gebe es keine passenden Gesundheits-Tests und Kreuzungen seien immer gesünder. Das ist nicht der Fall, sie können die Gesundheit beider Rassen mitbekommen, aber sie können genau so die genetische Disposition für Krankheiten erben- wie z.B. HD/ ED etc. Also gibt es mindeste gesundheitlich Untersuchungen z.B. offiziell ausgewertete Röntgen von HD, ED, OCD und Übergangswirbel, ausserdem diverse Krankheiten, welche im Blut nachgewiesen werden können. Oder wenn die Hunde Allergien zeigen, wird wegen der Nachfrage trotzdem mit diesen weitergezüchtet. Schon heute sehen wir viele Doodle mit diversen Krankheiten..

Ausserdem wird mit allem «gedoodelt» ohne zu hinterfragen, ob die Rassen von ihre Charaktern überhaupt zusammenpassen.

Ein weiterer Trend ist, dass man auch beim Labradoodle immer kleiner züchtet- wir sind inzwischen teilweise nicht nur bei Mini, sondern bei Micro- was auch immer das heissen mag. 

Durch Mocca habe ich meine «Rasse» gefunden- sie ist ein unglaublicher Hund. Ich liebe es mit ihr zu arbeiten-egal was ich machen will, sie ist bei allem voll dabei und lernt extrem schnell. Im Alltag ist sie vollkommen unproblematisch. Für mich ist der Labradoodle der Hund für alle Fälle. Durch das Kreuzen mit Jamie einem Multigeneration Australian Labradoodle entstand Baghira (Australian Labradoodle F1).